Kannst du mit deinem Partner deine Lebensziele verwirklichen?

Petra und Thorsten waren seit 20 Jahren ein Paar und 15 Jahre verheiratet. Sie haben zwei Kinder und arbeiten beide in leitenden Positionen. Sie hatte ihre Stelle auf 50 % reduziert, ab dem Zeitpunkt, als das erste Kind kam. Das hatte sie daran gehindert weiter beruflich Karriere zu machen, was sie eigentlich wollte.

Petra hatte ihm von Anfang an gesagt, dass sie sich wünsche, dass sie die Kindererziehung gleichberichtigt aufteilen.

Er konnte sich das prinzipiell auch vorstellen.

Als das erste Kind kam, war es nicht einfach für Thorsten seine Stelle auf 75 % zu reduzieren, so dass sie auf 50 % ging.

Als das zweite Kind kam, änderte sich nichts an der Situation.

Sie war wütend darüber, dass er nicht zu seinem Wort gestanden hatte und wurde immer unzufriedener.

Petra fühlte sich betrogen und zog sich immer weiter zurück, bis sie irgendwann merkte, dass sie keine Gefühle mehr für ihn hat und eine Trennung ernsthaft in Erwägung zog.

Thorsten fiel aus allen Wolken, als sie ihre Trennungsgedanken mitteilte. Er hatte in den Jahren nicht mitbekommen, wie weit sie sich von ihm entfernt hatte.

Beide kamen zu mir, um zu klären, ob es noch einen gemeinsamen Weg gab.

Er konnte sehen, dass er sich das damals zwar prinzipiell vorstellen konnte seine Stellung zu reduzieren aber als er merkte, dass die Umsetzung schwierig werden würde, das Vorhaben aufgab.

Er hatte nicht erkannte, wie wichtig das für sie war. Er konnte ihre Enttäuschung und ihre jahrelange Unzufriedenheit jetzt nachvollziehen und entschuldigte sich. Sie merkte, dass er es ernst meinte und jetzt auch schon Veränderungen eingeleitet hatte, so dass es jetzt möglich war sich die Kindererziehung zu teilen.

Um zu klären, ob die Partnerschaft noch eine Zukunft haben kann, musste Petra klären, ob sie wieder Gefühle für Thorsten entwickeln konnte. Petra musste dafür nichts tun, sie brauchte nur beobachten, ob das, was er tat, sie innerlich berührte. Wichtig ist allerdings, dass sie auch wahrnahm, was er tat und nicht abwertend war.

In einer Partnerschaft ist es wichtig die gegenseitigen Wünsche zu respektieren und die Absicht zu haben, dass der andere seine Lebensziele verwirklichen kann.

Es geht nicht darum jeden Wunsch zu realisieren, sondern gemeinsame Lösungen zu finden, in denen sich beide wieder finden.

Es ist etwas sehr schönes sich gegenseitig Träume zu ermöglichen und zu sehen, wie das den anderen glücklich macht.

Kerstin Girnus, Bielefeld, den 05. September 2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.