Zoff unterm Weihnachtsbaum

Zoff unterm Weihnachtsbaum 2. Tipp: Adé Perfektionismus


Mit dem Weihnachtsfest sind viele Erwartungen verknüpft. Das kann schnell zu Enttäuschungen führen, gerade an einem solch emotional aufgeladenem Fest.
Wenn man selbst dann auch noch perfektionistisch ist, neigt man dazu die Erwartungen zu hoch zu hängen und sich zu überfordern.


Perfektionismus ist eine Illusion


Die Frauen sind immer noch die Hauptgestalterinnen des Weihnachtsfestes und viele neigen dazu es perfekt machen zu wollen.

Was heißt „es perfekt machen zu wollen“?

Es gibt keine Gesetz, das vorschreibt, wie Weihnachten ablaufen soll.
Das spielt sich alles im Kopf ab.
Es gibt sicherlich viele Traditionen, was ja auch sehr schön ist, besonders für Kinder.

Es ist ja prinzipiell ein guter Standpunkt, etwas gut machen zu wollen, es ist nur wichtig, gut im Kontakt mit sich selbst zu sein und zu überprüfen, schaffe ich das dieses Jahr gut oder verändere ich etwas und über diese Gedanken mit dem Partner im Gespräch zu sein.


Die Rehkeule


Vor ein paar Jahren hatte mein Mann die Idee, dass wir Rehkeule zu Weihnachten machen könnten. Mit Jägern in der Familie ist das eine naheliegende Idee.
Vorher hatte ich immer ein Gericht gemacht, das nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Ofen musste. Mit der Rehkeule war das anders, außerdem hatte ich das noch nicht gemacht und war unsicher.

Ich war überfordert und gestresst an dem Abend und damit habe ich mir keinen Gefallen getan und auch den Besuchern nicht.

Ich dachte, ich müsste die Ansprüche anderer erfüllen.
Im Gespräch mit meinem Mann kam dann heraus, dass es ihm viel lieber gewesen wäre, wenn wir etwas gekocht hätte, bei dem ich gelassener gewesen wäre. Es war keine Forderung oder ein Anspruch an mich gewesen, lediglich eine Idee, die man auch ausdiskutieren hätte können.


Ich will es gut machen und dabei Freude haben


Ich habe daraus gelernt: Ich will es weiterhin gut machen, aber ich mache es auch mir recht, indem ich mich immer wieder überprüfe, schaffe ich das gut. Was kann ich abgeben? Will ich das wirklich so? Und bin dann mit meinem Mann darüber im Gespräch.
Jetzt gibt es wieder die Entenkeulen, denen es nichts ausmacht lange im Ofen zu bleiben und wir haben zuvor eine entspannte Zeit mit den Geschenken.

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Kerstin Girnus, Praxis für Paarberatung und Eheberatung in Bielefeld, 2. Advent 2019

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