Der Partner als Gefühlsmülleimer

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Peter kommt abends nach Hause und berichtet seiner Frau Vera von seiner Arbeit: „Mein Kollege Dieter ist immer noch krank und alle rufen jetzt bei mir an, ich komme zu nichts anderem mehr“ Vera sagt zu ihm: „Mein Tag war auch nicht besser. Paul war heute morgen viel zu spät dran, so dass wir erst zu spät in die Schule kamen und ich nicht pünktlich bei meinem Kunden sein konnte, der im übrigen immer noch rumeiert, ob er den Vertrag nun unterschreibt oder nicht.“

So oder so ähnlich sind die abendlichen Gespräche zwischen Paaren. Man nutzt den anderen wie einen Gefühlsmülleimer, um seinen Ärger und Frust über den Tag loszuwerden. Man will keine Lösung für die Probleme finden, sondern sich beim anderen über das Leben beschweren.
Manche wollen damit ereichen, dass der Partner einem wieder gute Gefühle macht. Gelingt das? In der Regel nicht. Es hat aber die Folge, dass die Frustration jetzt auch beim Partner ist und zwar darüber, dass er nicht weis, was er tun kann, damit es dem anderen wieder gut geht. Er fühlt sich „beschwert“ durch den anderen und ist nicht inspiriert durch das Leben seines Partners. Das kann auch zur Folge haben, dass man sich immer weiter von einander entfernt, um sich davor zu schützen als Gefühlsmülleimer missbraucht zu werden.

Wollen Sie eine Last oder eine Inspiration für Ihren Partner sein, dann überlegen Sie sich, wie wollen Sie über den Tag berichten. Erzählen Sie erst mal, was Ihnen gelungen ist und an zweiter Stelle das, was nicht funktioniert hat. Wenn Sie über das berichten, was nicht funktioniert hat, hören Sie auf, sich über Ihr Leben zu beschweren.
Berichten Sie darüber in der Absicht, dass Sie eine Lösung finden wollen, dann können Sie einen spannenden Austausch mit Ihrem Partner darüber haben und Sie beide sind über das Gespräch und über den anderen inspiriert.
Wenn Sie ein Geschenk für Ihren Partner sein wollen, dann sind Sie auch ein Geschenk für sich selbst.
Sie verändern die Sicht auf Ihr Leben und damit verändert sich Ihr Leben und Ihre Gefühle.

Bielefeld, 23. Oktober 2012

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