Wie Kinder selbstbewusst werden

In den Gesprächen mit meinen Paaren ist auch das Thema Erziehung immer mal Thema und ich wollte eine schöne Erfahrung mit unserem Sohn mit euch hier teilen, um zu erklären, was ich für wichtig halte für euch als Eltern im Zusammensein mit euren Kindern.
Mein Mann und ich sind an Kunst interessiert und waren wieder auf dem Gallery Weekend in Berlin und nahmen dieses Mal unseren Sohn mit, der sehr gerne mit uns wollte.

Er wusste, dass es kein Kinderprogramm geben wird, sondern nur Bilder, Skulpturen und Fotografien.
Wir waren gespannt!

Wir gingen durch viele Gallerien, manche sind in den oberen Stockwerken, so dass wir nicht nur viel liefen, sondern auch die eine oder andere Treppe hinauf und hinunter stiegen.

So schlenderten wir drei Tage durch die Gallerien und Ruben hat kein einziges Mal gesagt, mir ist langweilig! Ich war schon sehr stolz auf unseren Sohn!

Wir schauten uns zusammen mit ihm die Bilder an, tauschten uns mit ihm darüber aus, was wir gut fanden und was uns nicht gefiel, oder was uns aufgefallen ist. Wir sind staunend und neugierig auf die Kunst gewesen, aber auch auf das was den anderen auffällt und genossen den gemeinsamen Austausch.

Da ist mir mal wieder aufgefallen, was für ein zufriedenes und ausgeglichenes Kind wir haben. Ich denke, dass ein Grund ist, dass Ruben sich ernstgenommen und gleichwertig mit uns fühlt. Wir als Eltern sind nicht von oben herab mit ihm, sondern nehmen ihn Ernst und sind interessiert an seiner Kindersicht, nicht nur an dem Wochenende, sondern immer. Kinder sind Menschen in kleinen Körpern und sie werden selbstbewusste Erwachsene, wenn man ihnen in den Kindertagen respektvoll begegnet.

So eine Haltung gegenüber Kindern zu haben, widerspricht nicht der Aufgabe als Eltern, anzuleiten oder eine Grenze zu setzen. Wir haben viele Gespräche mit Ruben geführt und ihn darin angeleitet, dass er einen guten Umgang mit seinen belastenden Gefühlen, wie Ängsten, Wut oder Ärger lernt.

Wir sagen auch, wenn wir finden das der Süßigkeitenkonsum ausreicht und es Zeit fürs Bett ist. Wobei Ruben ein Kind ist, das nicht viele solcher Grenzen braucht und die auch schädlich für ihn wären. Er nimmt gut Vorgaben und Ansagen an, die angemessen sind. Wenn er merkt, es geht um Dominanz, wehrt er sich dagegen. Was ich auch 100 % nachvollziehen kann. Das will niemand. Keine Kinder und auch keine Erwachsenen.

Es ist so wichtig mit den Kindern im Gespräch zu sein, sich für ihr Innenleben zu interessieren und sie in für sie schwierigen Situationen zu unterstützen. In meinen Gesprächen erlebe ich viele Eltern, die das auch tun, die sich viele Gedanken über ihre Kinder machen und ganz großartig mit ihnen sind.

Ich höre aber auch immer wieder, dass Eltern ihre eigene Wut und ihren Ärger an den Kindern auslassen, mehr reglementieren und nicht im Gespräch sind. Diese Kinder fühlen sich allein gelassen und einsam.

Sprich mit deinen Kindern, sei neugierig auf sie und erinnere dich daran, wie es für dich war Kind zu sein.

Kerstin Girnus, Bielefeld, 30. Mai 2018

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